Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns,
und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut,
eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater,
voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1,14
Woran mag Johannes sich wohl erinnert haben, als er diese Zeilen schrieb? Welch eine unglaubliche Tatsache, dass Gott, der Schöpfer und Erhalter des Universums, als Mensch unter den Menschen wohnte (wörtlich „zeltete“) und einer von ihnen wurde! Jesus wurde wie jeder Mensch geboren. Er lernte laufen und sprechen, ging als Kind zur Schule und spielte mit den anderen Kindern. Später erlernte er wie sein irdischer Vater den Beruf des Zimmermanns und verdiente damit seinen Lebensunterhalt, bis er dann als Wanderprediger durch das Land zog und sein öffentlicher Dienst begann. Das war keine Herrlichkeit, wie man sie von den Herrschern und Mächtigen dieser Welt kannte. Sie zeigt sich nicht in Prunk und Macht. Jesu Herrlichkeit wurde daran sichtbar, wie er den Menschen seiner Zeit begegnete: Er sah die Kranken, die Hoffnungslosen und Enttäuschten. Menschen, die unter den Lasten des Lebens litten, ließen ihn nicht kalt. Und er handelte: Kranke wurden gesund an Körper und Seele, Hoffnungslose erfuhren echten Trost und wurden aufgerichtet. Den Selbstgerechten hielt er den Spiegel vors Gesicht, um sie zur Umkehr zu Bewegen. Alle hörten die frohe Botschaft des Evangeliums.
Und dann lässt er sich freiwillig an ein Kreuz schlagen. Anstelle eines jeden Menschen wird er von Gott bestraft. Gottes gerechter Zorn über die Sünde der Menschen, die sich in ihrer Rebellion gegenüber dem Schöpfer zeigt, entlädt sich über seinen eigenen Sohn. Jesus nimmt den Tod auf sich, den wir verdient hätten. Doch weil er keine Sünde tat, ja nicht einmal dachte, konnte der Tod ihn nicht behalten. Seine Auferstehung ist der Beweis dafür.
Du wurdest Mensch, du ewig großer Gott.
Du bliebst nicht fern, du kamst in unsre Not.
Du großer König wurdest Kind,
auf dass wir nicht verlassen sind
Wer kann es fassen, was geschah?
Der Herr des Himmels menschennah.
Du bist das Wort, das ewig steht und gilt,
das Wasser, das den Durst nach Leben stillt.
Der Prinz des Friedens – er ist da.
Halleluja, halleluja
Wer kann es fassen, was geschah?
Der Herr des Himmels menschennah.
(Thea Eichholz-Müller)